In unserer großen Winterauktion am 29. u. 30 November 2018 präsentieren wir Ihnen über 130 Teppiche des renommierten Hamburger Hauses Kiskan.

 

Zur Firmengeschichte Kiskan:

 

1925 wurde Digran Kiskan in Wien geboren. Im Betrieb seines Vaters lernte er den Beruf „von der Pike auf“ und mit Chemiestudien erweiterte er sein Wissen um die Möglichkeiten der Wäsche und Veredelung von Textilien und Teppichen. Mit Besuchen bei großen Unternehmen der Chemie wie z.B. BASF oder Bayer, wurde das Wissen um mögliche Verfahren erweitert.
Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich in der Hansestadt Hamburg das Teppichimportgeschäft mit einem rasanten Tempo. Das in weiten Teilen zerstörte Land befindet sich mitten im Wirtschaftswunder. Orientteppiche wurden zu einem beliebten Luxus-Importartikel. Die Speicherstadt, der Freihafen und vor allem die dort ansässigen Orientteppich-Unternehmen beflügelten das Geschäft. Einige dieser Teppichimporteure verständigten sich mit dem damaligen Wirtschaftssenator und kontaktierten gemeinsam den Stammsitz in Wien. Der Teppichstandort Hamburg brauchte dringend einen Fachmann für Teppichwäsche und – veredelung. So kam Digran Kiskan 1952 in das aufblühende Nachkriegs-Hamburg. Der weitsichtige Senat der Stadt lies ihm alle erdenkliche Hilfe zukommen und stellte ihm ein geeignetes Grundstück in Hamburg-Altona zur Verfügung.
Hamburg befand sich schließlich auf dem Wege zum wichtigsten Umschlagsplatz für Orientteppiche weltweit. Mit Energie und Kreativität und immer in Kontakt mit der Wiener Familie stieg er in das Geschäft ein und hatte mit seiner Arbeit auch einen Anteil an der rasanten Entwicklung des Teppichhandelsplatzes Hamburg. Damals wie heute gilt, dass manch ein Teppich ohne die entsprechende Veredelung auf unseren Märkten kaum verkäuflich wäre.
Mit seinen durchdachten Techniken half er der Branche immer wieder die passenden Orientteppiche auf den boomenden Märkten anzubieten. Dabei hatte er auch immer ein Auge darauf, dass die Teppiche nicht durch falsche oder übertriebene Verwendung von Chemikalien geschädigt worden sind und auch der Umwelt galt sein Augenmerk. Vor über 30 Jahren, also zu Zeiten als kaum einer darüber nachdachte, installierte er in Hamburg eine moderne Abwasseraufbereitungsanlage.
Nach jahrzehntelanger, intensiver Forschung, Alternativen zu den herkömmlichen Veredelungstechniken zu suchen, gelingt es ihm – natürlich in seinem eigenen Labor – einen absolut neuen Weg bei der Veredelung von flortragenden Geweben aus Wolle zu finden. Für dieses „Rofix“ getaufte Verfahren erhielt der damals schon fast 70 jährige ein europaweit geltendes Patent.
In den vergangenen Jahren kommt ein neuer Trend auf: Teppiche werden überfärbt. Und auch hierfür entwickelte Digran Kiskan ein eigenes und sehr wollschonendes Verfahren für transparentes Einfärben der Teppiche. Durch die Erfindung der „transparent colours®“ sind für Teppiche noch nie dagewesene Farbeffekte erzielbar. Das ursprüngliche Muster ist noch gut erkennbar, die neue Farbe dominiert jedoch das Gesamtbild. Die „transparent colours®“ sind die letzte große Erfindung von Digran Kiskan.
Teppiche haben ihn seit seiner Geburt über fast 90 Jahre permanent begleitet und er war immer im Einsatz, um sie noch schöner und letztendlich natürlich auch verkäuflicher zu machen.
Bis zu seinem Lebensende war Digran Kiskan jeden Tag aktiv in seinem Unternehmen tätig, ständig an der Weiterentwicklung seiner Verfahren arbeitend und immer wieder Fragen zur Veredelung von Orientteppichen aufwerfend. Dieser Mann lebte für seinen Beruf und liebte den Umgang mit Wolle, die für ihn mehr darstellte, als nur bloßes Material.
Quelle: http://www.kiskan-process.de/about.html